2015

Der echte Reisende ist immer ein Landstreicher, mit den Freuden und Versuchungen und der Abenteuerlust.

Konfuzius (ca. 551 v. Chr. – 479 v. Chr.) chinesischer Philosoph

Anfang 2015 kam ich auf die Idee, meinen Gesundheitszustand zu überprüfen bzw. festzustellen, wie ich mit Konfrontation umgehe.

Ich war bis dahin eigentlich seit Mai 2013 mit Medikamenten stillgelegt worden. Ich wollte wissen wie es sich anfühlt wenn man den Menschen nicht mehr ausweichen kann, sondern direkt mit Ihnen in Verbindung steht.

Mein Traum aus früheren Zeiten war es, die A7 einmal komplett zu fahren. Jeden Meter wollte ich haben. Auch weil die A7 von Füssen bis hier in S-H mein Leben wie ein roter Faden verbindet. Irgendwie war sie immer in der Nähe. Der Traum stammt aus Zeiten, als ich noch als LKW Fahrer tätig war.

Nun war die Zeit wohl gekommen. Da ich auch sehr an sagenumwobenen Orten  interessiert bin, habe ich mir ein Roadbook zusammen gestellt mit Orten, die ich besuchen wollte. Im Prinzip sollte es auf der A7 runter gehen und an der Ostgrenze von Deutschland wieder nach oben. Diesen Teil von Deutschland kannte ich noch nicht.

Durchgeführt sollte die Reise eigentlich mit meinem Motorrad, Zelt und Schlafsack werden. Kurzfristig habe ich mich dann doch für mein kleines Töff entschieden. Mit dem Risiko, er würde nie wieder die Ostseeküste sehen. Bei Zelt und Schlafsack ist es geblieben. Meine erste wirkliche Reise mit solchen Utensilien  😮  😀

Er hat sie wieder gesehen.  🙂 Allerdings früher als geplant. Ich wollte mir eigentlich mind. 14 Tage Zeit nehmen. Je näher ich der Ostsee kam und je näher an zuhause, war der innere Druck so groß geworden, das ich am Ende vieles übersprungen habe. Ich hab das nicht ausgehalten.

Seltsamerweise ging es mir, weit entfernt von zuhause erstaunlich gut. Auf Menschen zuzugehen viel mir dort sehr leicht. Ich war ungezwungen und es waren keine Erwartung da. Näher an zuhause, kam aber der Druck und die Erwartung wieder hoch. Wer was erwartet hat? Ich habe etwas von mir erwartet…. nur weiß ich nicht was.

Die letzten 500-600 km waren schrecklich. Ich weiß noch wie ich kurz vor Usedom die Alleen entlang gefahren bin und geheult hab und am liebsten…..

Von da an war es nur noch ein K(r)ampf.

Als ich das Video geschnitten und vertont habe, fühlte ich mich zurück versetzt an diese doch meist sehr schönen Orte. Ich denke das hört man auch. Ich bin gelöst und lustig. Schade das ich das immer noch nicht wirklich sein kann im realen Leben. Nur mit dem Unterschied… ich weiß nun warum.

Jedenfalls hat diese Reise es ausgelöst, meinen neuen Lebensweg einzuschlagen. Ich wollte mehr, mehr von dem freien Menschen in mir. Das war der Grund, warum ich meine Wohnung aufgegeben hab und mir einen Wohnwagen angeschafft habe.

Grundsätzlich wie ich schon mehrfach schrieb, die beste Entscheidung ever.

Ich hab nur eins vergessen: Ich bin nicht auf Reisen 

Genau das MUSS sich die nächsten Monate irgendwie ändern. Sonst kann ich bald nicht mehr. Vielleicht findet sich ja auch noch jemand, bei dem ich meine Sozi-Phobie überwinden kann und meine Sehnsucht nach teilen des erlebten ausleben kann.

Schwierig Ding…

Hier findet ihr nun das Video zu meiner Reise. Nutzt wenn ich wollt auch das Roadbook dazu. Ergibt mehr Sinn. Ich hatte es eigentlich für die Familie und Freunde gemacht und nun einige private Szenen bzw. Orte raus geschnitten. Ich denke, alles muss man ja auch nicht veröffentlichen.

Viel Spaß damit

Werbeanzeigen